Konvertierung im qualitätsübergreifenden Marktgebiet

 

Zum 01. April 2011 wurden die Marktgebiete Open Grid Europe L-Gas, Thyssengas H-Gas und Thyssengas L-Gas mit dem bis dato bestehenden H-Gas Marktgebiet der NetConnect Germany zusammengeführt. Mit diesem Schritt erfolgte die fristgerechte Umsetzung der Anforderungen der Gasnetzzugangsverordnung und zugleich startete das erste qualitätsübergreifende Marktgebiet in Deutschland, in dem H- und L-Gas qualitätsübergreifend bilanziert werden kann. Bilanzkreisverantwortliche, die im Marktgebiet der NetConnect Germany über Bilanzkreise unterschiedlicher Gasqualität verfügen, sind verpflichtet diese zu verbinden, um so die Konvertierungsmöglichkeiten des qualitätsübergreifenden Marktgebietes nutzen zu können.

Im Marktgebiet NetConnect Germany werden durch Mischanlagen sowohl H-Gas nach L-Gas als auch L-Gas nach H-Gas konvertiert (technische Konvertierung). Soweit diese Konvertierungskapazitäten nicht ausreichen, ist der Einsatz von Regelenergie zur kommerziellen Konvertierung erforderlich.

Um die durch die Konvertierung entstandenen Kosten zu decken, ist der Marktgebietsverantwortliche berechtigt, ein kostendeckendes Konvertierungsentgelt zu erheben. Grundlage hierfür bildet die Hauptsacheentscheidung der Bundesnetzagentur vom 27. März 2012 (Az. BK7-11-002, „KONNI Gas“). Neben dem Konvertierungsentgelt kann NetConnect Germany zusätzlich eine Konvertierungsumlage auf die physischen Einspeisemengen erheben, wenn die Erlöse aus dem Konvertierungsentgelt nicht ausreichen, um die Kosten der kommerziellen Konvertierung auszugleichen.